Win2000, WinXP

aus einer DOS-Anwendung auf einen USB-Drucker drucken
Umleitung LPT auf USB

Auch im fortgeschrittenen Windows-Zeitalter sind vielerorts diverse MS-DOS-Anwendungen aus dem Arbeitsalltag immernoch nicht wegzudenken. In der Regel handelt es sich dabei um Verwaltungssoftware mittelständischer Betriebe, die bereits verwendet wurde, als an eine graphische Benutzer-Oberfläche wie Windows sie bietet noch nicht zu denken war. Mittlerweile sind die betroffenen PCs - teilweise schon mehrfach - gegen modernere Geräte ausgetauscht worden, und auch das Betriebssystem wurde auf die ein oder andere Windows-Version aufgestockt, doch die Software, die vor x Jahren für die MS-DOS-Umgebung geschrieben wurde, läuft heute noch unverändert - in einer "DOS-Box" unter Windows - und verrichtet dort nach wie vor ihren Dienst. Warum auch nicht!?!
Solange die betreffende Software sich nicht sonderlich dagegen gewehrt hat, auch unter Windows ihren Dienst zu verrichten, ist dagegen auch sicherlich nichts einzuwenden.
In den letzten Jahren aber hat sich eine Entwicklung ergeben, die DOS-basierten Programmen aber einen weiteren Stolperstein in den Weg gelegt hat, unter Windows ihrer Bestimmung nachzukommen: USB-Drucker.

Parallel-Port   LPT-Port
Parallel-Port am PC   LPT-Anschluß am Drucker

Zu DOS-Zeiten wurden Drucker quasi ausnahmslos mittels Parallel-Kabel an den Parallel-Port des Computers angeschlossen. Heute sterben diese Drucker langsam aber sicher aus, denn der USB-Anschluß hat in die Computerwelt einzug gehalten und moderne Drucker werden über ebendiesen mit dem Computer verbunden. Vielerorts ist sogar ein netzwerkfähiger Drucker im Einsatz, der von mehreren Computern aus nur noch über ein Netzwerk-Kabel erreichbar ist.
Wie aber sollen alte DOS-Programme diese Drucker ansprechen können? Damals sendeten diese Programme ihren Druckauftrag direkt an das DOS-Gerät "LPT" (LinePrinter = Zeilendrucker). Dieser existiert in der heutigen Zeit zwar noch in Form des Parallel-Ports, doch es hängt kein Drucker mehr an diesem Anschluß.

Um die Druck-Funktionalität älterer DOS-Programme also auch unter Verwendung eines USB-Druckers zu gewährleiten, muß irgendwie der bei LPT ankommende Druckauftrag abgefangen und auf den USB-Drucker umgeleitet werden.
Windows bringt dankenswerterweise von Hause aus Möglichkeiten mit, dies zu bewerkstelligen... man muß nur wissen wie.



Möglichkeit 1:

Unter Windows 2000 und Windows XP heißt das Schlüsselwort Druckerpool.
Die Windows-Hilfe sagt zum Druckerpool folgendes:
    Zwei oder mehrere identische Drucker, die mit einem Druckerserver verbunden sind und als ein Drucker agieren. In einer solchen Situation wird beim Drucken eines Dokuments der Druckauftrag an denjenigen Drucker im Pool gesendet, der zuerst verfügbar ist.
Sinn und Zweck eines Druckerpools ist laut Microsoft also nicht unbedingt das Szenario, welches Gegenstand der hier beschriebenen Problematik ist, das Ergebnis ist aber genau das, was wir wollen.

Und so geht's:
Über die Systemsteuerung öffnet man den Eintrag "Drucker" (Win2k) bzw "Drucker und Faxgeräte" (WinXP). Aus dem Kontextmenü des USB- oder Netzwerk-Druckers wählt man den Eintrag "Eigenschaften" und wählt im daraufhin erscheinenden Fenster den Kartei-Reiter "Anschlüsse".

Drucker-Anschluss_01

Der aktuelle Anschluß des Druckers ist in der Liste der verfügbaren Anschlüsse bereits angehakt. Nun aktiviert man das Auswahlfeld vor "Druckerpool aktivieren". Dadurch wird es möglich, mehrere Anschlüsse für den gewählten Drucker auszuwählen. Im Listenfeld der verfügbaren Anschlüsse sucht man den LPT-Eintrag heraus (in der Regel ganz oben als "LPT1") und hakt diesen ebenfalls an.

Drucker-Anschluss_01

Ein Klick auf OK und ab sofort landen alle Druckaufträge, die an den LPT-Anschluß gesendet werden automatisch auf dem ausgewählten Drucker.



Möglichkeit 2:

Eine andere Möglichkeit besteht darin, den USB-Drucker für das lokale Netzwerk freizugeben (Drucker-Freigabe) und mit Hilfe des Befehls net use auf das Gerät "LPT1:" zu mappen. Für gewöhnlich werden mit diesem Befehl Netzlaufwerke verbunden, also im Netzwerk freigegebene Ordner lokal als Laufwerk eingebunden. Dies funktioniert aber ebensogut mit einem LPT-Gerät, was in der Windows-Hilfe auch dokumentiert ist.
Nachdem man den Drucker also über sein Kontextmenü und den Eintrag "Freigabe..." unter einem frei wählbaren Namen im Netzwerk freigegeben hat, kann die Umleitung problemlos über die Eingabeaufforderung (DOS-Box) erreicht werden:
    net use lpt1: "\\Rechnername\DruckerfreigabeName"
Anstelle von Rechnername kann in der Regel auch die Loopback-Adresse 127.0.0.1 verwendet werden.

Soll diese Umleitung dauerhaft eingerichtet werden, also auch nach einem Neustart des PCs noch bestehen, muß in oben genanntem Befehl noch der Parameter /persistent:yes angehängt werden, also:
    net use lpt1: "\\Rechnername\DruckerfreigabeName" /persistent:yes
Um die eingerichtete Umleitung bei Bedarf wieder zu entfernen, genügt der Befehl
    net use lpt1: /delete

- UAP -








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