Windows 2000 und Windows 98 über das Netzwerk verbinden

Win2000, Win98

Windows 2000 und Windows 98 über das Netzwerk verbinden

In vielen Fällen kommt es doch immer wieder vor, daß man in einem kleinen Netzwerk einen Win2000-Rechner mit einem Win98-Rechner verbinden will. Da wir und offenbar so mancher andere auch bei den ersten Versuchen, dies umzusetzen, auf leichte Probleme gestoßen sind, hier nun eine Kurzanleitung, die sicher zum Erfolg und einem (oder mehreren) mit einem Win2000-Rechner vernetzten Win98-Rechner(n) führt. Im Folgenden wollen wir davon ausgehen, es handele sich nur um einen Win98-Rechner, der Einfachheit halber. Es bedarf aber keiner übermäßigen geistigen Leistung, von der hier dargestellten Vorgehensweise für einen Win98-Client auf die Vorgehensweise für mehrere zu schließen.
RJ-45
Grundvoraussetzungen:
  • Beide Rechner müssen über eine Netzwerkkarte verfügen.
  • Die Netzwerkkarten müssen über ein entsprechendes* Kabel verbunden sein.
  • Beide Systeme müssen denn selben Arbeitsgruppennamen haben.
  • Auf beiden Systemen muss ein einheitliches Netzwerkprotokoll installiert sein (z.B. TCP/IP).
  • Pro System muß ein Rechnername vergeben werden.
*"Entsprechend" muß hier vielleicht kurz näher erklärt werden:
Es werden meist sogenannte "Twisted Pair"-Kabel verwendet. Bei diesen Kabeln sind die vorhandenen 8 Adern paarweise miteinander verdrillt. Verbindet das Kabel die beiden Netzwerkkarten unmittelbar, muß ein sogenanntes "crossed" (gekreuztes) Kabel benutzt werden. Der Unterschied zwischen "crossed" und "nicht crossed" liegt in der Belegung der Kontakte.
Die folgende Abbildung soll das verdeutlichen:

Twisted Pair, uncrossed     Twisted Pair, crossed
Kabel

Es sollten feste (statische) anstelle von dynamischen IP's verwendet werden, das macht das gegenseitige Auffinden der Rechner wesentlich angenehmer.
IPs im Bereich 192.168.xxx.xxx sind für private Netzwerke vorgesehen, also hier für uns. Wir wollen unseren Rechnern folgende IPs geben:

IP Windows 2000: 192.168.0.1
IP Windows 98:     192.168.0.2
(eventuelle weitere Rechner bekommen entsprechend die Endziffer 3, 4,...)


Netzwerkidentifikation Computername und Bezeichnung der Arbeitsgruppe:

Den Computernamen und Bezeichnung der Arbeitsgruppe ändert man auf Win2000-Systemen unter
Start ---> Einstellungen ---> Systemsteuerung ---> System ---> Netzwerkidentifikation ---> Eigenschaften

Auf Win98-Systemen findet man die Einstellungen unter:
Start ---> Einstellungen ---> Systemsteuerung ---> Netzwerk ---> Identifikation

Beim Arbeitsgruppennamen muß man beachten, daß auf beiden Systemen derselbe Name verwendet werden muß.

Einstellungen bei Windows 2000:
Das Gastkonto muss aktiviert werden, dieses ist nach der Installation von Win2000 standardmäßig deaktiviert. Aktivieren kann man es unter
Start ---> Einstellungen ---> Systemsteuerung ---> Verwaltung ---> Computerverwaltung... (siehe Abbildung)

Benutzer

Hier mit der rechten Maustaste auf "Gast" klicken, Eigenschaften auswählen und beim Eintrag "Konto ist deaktiviert" das Häkchen entfernen. Das Gast-Konto ist nun aktiviert.


Benutzer und Kennwörter Im Unterschied zu Windows 98 unterscheidet Windows 2000 die Benutzer. Das heißt, es muss für jeden Rechner im Netzwerk ein neuer Benutzer auf dem Win2000-System angelegt werden, und zwar mit dem Namen, der beim Start von Win98 automatisch angemeldet wird.
Sollte der Win98-Rechner so konfiguriert sein, daß man beim Starten stets seinen Namen eingeben muß, bzw. sollten mehrere Benutzer auf dem Win98-Rechner eingerichtet sein, so muß jeder dieser Namen auf dem Win2000-Rechner als Benutzer angelegt werden.

Einen neuen Benutzer kann man auf Win2000-Systemen unter
Start ---> Einstellungen ---> Systemsteuerung ---> Benutzer und Kennwörter
anlegen.

Dort auf "Hinzufügen..." klicken. Als Namen muss man den Namen, den der Windows-98 User beim Anmelden angibt, eingeben.


Eigenschaften von LAN-Verbindung Hinzufügen von Protokollen und festlegen der IP Adresse:

Unter Win2000 über
Start ---> Einstellungen ---> Systemsteuerung ---> Netzwerk- und DFü-Verbindungen
und dann Rechtsklick auf die LAN-Verbindung, die der Netzwerkkarte zugehört. Evtl. gibt es mehrere Einträge "LAN-Verbindung", z.B. wenn noch eine ISDN-Karte installiert ist. Wenn man unter dem Menüpunkt Ansicht in die Detailansicht wechselt, erkennt man in der Spalte Gerätename, an welchen Adapter diese Verbindung gebunden ist.
Sollte der Eintrag Internetprotokoll (TCP/IP) noch nicht vorhanden sein, instrallieren Sie ihn über Installieren ---> Protokoll ---> Hinzufügen.



Eigenschaften von Internet-Protokoll Markieren Sie den Eintrag Internetprotokoll (TCP/IP), klicken Sie auf "Eigenschaften" und geben Sie die Daten wie in nebenstehender Abbildung ein:

IP-Adresse:        192.168.0.1
Subnetzmaske: 255.255.255.0

Die Einträge "Standardgateway" und "DNS-Server" lassen Sie leer.

Freigabe von Ordnern:

Man klickt mit der rechten Maustaste auf den gewünschten Ordner ---> Eigenschaften ---> Freigabe.
Hier die Option "Diesen Ordner freigeben" aktivieren.
Unter "Berechtigung" kann man nun die Benutzer auswählen, die Zugriff haben dürfen. Windows 2000 wählt als Standard immer "Jeder" aus. Diese Option schließt den User Gast mit ein. Wer allerdings vorher alle Benutzer eingegeben hat, kann jetzt unter "Hinzufügen" gewünschte Benutzer spezifisch auswählen. Jetzt ist es z.B. möglich, daß alle Benutzer auf einen Ordner zugreifen können (Lesen) und bestimmte Benutzer auch änderungen machen können (ändern).

Achtung! Dies trifft allerdings nur auf freigegebene Ordner zu, die sich auf einem NTFS-formatierten Laufwerk befinden. Da das FAT- bzw. FAT32-Dateisystem keine detailierte Rechtevergabe erlaubt, gestattet eine Freigabe hier automatisch Vollzugriff.


Nochmal anders gesagt:

Gibt man einem Benutzer auf einer FAT(32)-Freigabe nur das Recht zu lesen, aber nicht das Recht zu ändern, kann er die Ordner und Dateien "ansehen" (manchmal noch nichteinmal das), aber nicht öffnen.
Damit ein Benutzer mit Recht zu lesen auch "lesen", also öffnen darf, muß sich die Freigabe auf einem NTFS-Laufwerk befinden.

Soll der Benutzer auf einem FAT(32)-Laufwerk Dateien öffnen dürfen, muß man ihm zwangsweise auch das Recht zu ändern zusprechen.

Tricky!... Und Scheiße (oops!).

Testen der Verbindung:

DOS-Box Zum Abschluss sollte man die Verbindung noch Testen.
Dies kann man mit Windows-eigenen Mitteln tun. Sowohl bei Win2000 als auch bei Win98 gelangt man über Start ---> Ausführen ---> "command" eingeben an die DOS-Box. Auf Win2000-Systemen gibt es neben "command" auch noch "cmd"... an dieser Stelle soll uns der Unterschied aber egal sein.
Hier geben wir jetzt den Befehl:
PING 192.168.0.1
(bzw. 192.168.0.2, jeweils die IP vom anderen Rechner)
ein. Dies funktioniert aber nur wenn man das TCP/IP-Protokoll (s.o.) verwendet.

Bei diesem Test sollte ein dem rechts gezeigten Beispiel ähnliches Resultat erscheinen. Klappt dieses, funktioniert das Protokoll sowohl auf dem eigenen als auch auf dem entfernten (angepingten) Rechner, so daß das TCP/IP jetzt als korrekt eingerichtet betrachtet werden kann.


Klappt es nicht... geht es zur Fehlersuche...

Fehlersuche:

Fehler Suche Lösung
PING auf einen LAN-Rechner kommt nicht an/zurück. PING auf die eigene IP-Adresse (192.168.*) Bei lokaler Rückmeldung: Netzwerkverbindungen und die lokalen IP-Adressen testen: Wenn eine Netzwerkverbindung nicht OK ist, reparieren; bei den IP-Adressen ist darauf zu achten, daß das vorletzte Triplet (in unseren Beispielen hier "0") bei allen Rechnern denselben Wert annimmt. Kommt auch bei der lokalen IP-Adresse keine Rückmeldung: nächster Fehler.
PING auf eigenen LAN-Rechner kommt nicht an/zurück. PING auf die IP-Adresse 127.0.0.1 und den lokalen Loopback "localhost". Bei Rückmeldung: TCP/IP ist korrekt installiert; sind die Einstellungen der Netzwerkkarte korrekt? Kommt keine Rückmeldung: Neuinstallation von TCP/IP (vermutlich ist es nicht korrekt oder garnicht installiert - wieso PING dann überhaupt läuft, ist ein anderes Thema).
PING kommt an/zurück, aber nur bei manchen LAN-Rechner. PING, PING, PING und Testen der Netzwerkkarten und -verbindungen. wie bei den vorherigen Fehlern. Wenn der PING nur bei einigen Rechnern nichts zurückmeldet, wird das Netzwerkkabel (BNC) in Ordnung sein, da da überhaupt keine Rückmeldung käme, wenn dieses defekt wäre. Bei TwistedPair-Kabeln kann auch ein Kabeldefekt die Ursache sein, man muß also ein wenig an der Hardware herumspielen, wenn die beiden ersten Fehlersuchen zu keinem Ergebnis führen.

- UAP -








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